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Christoph Mause 2019

Christoph Mause Arbeiten

Objekt Malerei Zeichnung

Carl-Peter Buschkühle

Wundersame Dramen zwischen Tier und Ding Zu den plastischen Arbeiten von Christoph Mause

Christoph

Mause

zeigt

Tiere

in

Schwierigkeiten.

Sie

werden

Akteure

in

einem

künstlerischen

Geschehen,

welches

Alltagsgegenstände

wie

Kisten,

Ketten,

Schaufeln

oder

Zangen

in

unbekannte

Konstellationen

versetzt.

Die

Tiere

sind

dabei

die

entscheidenden

Protagonisten.

Sie

geraten

mit

den

Dingen

in

Konflikte,

welche

immer

von

einem

mehr

oder

weniger

schwarzen

Humor

geprägt

sind.

Wie

im

Fall

der

Vogelmutter,

die

sich

in

einer

prekären

Lage

befindet:

Bewegt

sie

sich

von

ihrem

Standort

auf

einer

ausbalancierten

Stange

fort

und

auf

ihr

Nest

mit

den

Eiern

zu,

gerät

die

Konstruktion

unweigerlich

aus

dem

Gleichgewicht

und

ihre

Brut

wird

zu

Boden

stürzen.

Die

Fallen

der

Installationen

von

Mause

sind

noch

nicht

zugeschnappt,

der

Betrachter

antizipiert,

was

kommen

mag,

es

ist

seine

eigene

Phantasie,

die

aus

dem

ruhenden

Bild

ein

dramatisches Geschehen werden lässt.

Die

ungewohnten

Begegnungen

von

Tier

und

Ding

zünden

jenen

„poetischen

Funken“,

den

im

19.

Jh.

der

französische

Dichter

Lautréamont

durch

die

zufällige

Begegnung

einer

Nähmaschine

mit

einem

Regenschirm

auf

einem

Operationstisch

ausgelöst

sah.

Dieses

Bild

wurde

zu

einer

Inspiration

für

den

Surrealismus.

Während

dieser

durch

absurde

Verbindungen

und

Verfremdungen

von

Dingen

in

eine

Welt

der

Halluzination

und

des

Traumes

hineinführen

wollte,

mit

dem

Ziel

der

Entgrenzung

unseres

beschränkten

Verständnisses

von

Realität,

haben

Mauses

Erzählungen

von

Tier

und

Ding

nichts

mit

Entführungen

in

traumatische

Regionen

zu

tun.

Im

Gegenteil

vollführen

die

Tiere

unfreiwillig,

aber

vom

Künstler

gewollt,

deiktische

Akte.

Dies

sind

der

griechischen

Tradition

nach

hinweisende,

die

Augen

öffnende

Gesten.

Die

missliche

oder

riskante

Lage,

in

die

sich

die

mit

Modelliermasse

und

Farbschichten

präzise

gestalteten

Tierfiguren

begeben,

zeigt

jederzeit

etwas

auf,

was

mit

den

plastischen

Qualitäten

der

jeweiligen

Dinge

zu

tun

hat.

Dabei

lassen

sich

zwei

Gegenstandsbezüge

unterscheiden.

Zum

einen

sind

es

Alltagsgegenstände

mit

ihrer

Funktion,

die

auftreten,

zum

anderen

elementare

geometrische

Formen,

die

z.B.

in

Gestalt

von

Drähten

oder

Stangen

Linien

in

den

Raum

zeichnen.

Christoph

Mause

entwickelt

auf

diese

Weise

Bezüge

zu

zwei

unterschiedlichen

Erscheinungsformen

der

modernen

Plastik:

der

Objektkunst

sowie

der

Minimal

Art,

welche

plastische

Kräfte

in

elementaren geometrischen Konstruktionen anschaulich macht.

In

jedem

Fall

wird

der

Blick

des

Betrachters

nach

dem

ersten

Erfassen

der

Geschichte,

die

sich

vor

seinen

Augen

abspielt,

auf

subtilere

Bereiche

der

Konstellation

gelenkt.

Die

Begegnungen

von

Tieren

und

Dingen

in

Mauses

Arbeiten

thematisieren

genuine

Aspekte

der

Plastik:

Dynamik

und

Spannung,

Volumen

und

Proportion,

Oberfläche

und

Material,

Form

und

Bedeutung.

Sie

offenbaren

Eigenschaften

von

Gegenständen,

die

wir

an

diesen

oft

übersehen.

So

z.B.

bei

dem

Objekt

mit

dem

Laubfrosch,

der

sich

mit

dem

Maul

an

ein

an

der

Wand

hängendes

Stück

Papier

klammert.

Er

reißt

dabei

das

Papier

ein

und

wird

so

dennoch

zu

Boden

fallen.

Neben

dem

kleinen

Drama,

was

sich

da

gerade

abspielt,

verweist

dieses

Objekt

auf

formale

Qualitäten:

auf

das

Gewicht

des

doch

scheinbar

so

leichten

Frosches,

welches

die

weiße,

rechteckige

Flächenform

des

Papierbogens

biegt

und

reißt.

Die

so

erzeugte,

im

Werk

stillgestellte

Bewegung

führen

die

Betrachter

in

ihrer

Imagination

zuende.

In

anderen

Fällen

werden

die

gewohnten

Funktionen

von

Dingen

umgedeutet

und

erhalten

in

ihrem

Bezug

zum

Tier

einen

neuen,

meist

bedrohlichen

Sinn.

So

bei

dem

kleinen

Fisch,

der

vor

seinen

Verfolgern

flieht

drei

Zangen

sind

hinter

ihm

her mit weit aufgerissenem Maul.

In

ihren

Begegnungen

in

den

plastischen

Werken

von

Christoph

Mause

werden

die

Tiere

und

die

Dinge

fremd.

Aber

erst

in

dieser

Verfremdung

offenbaren

sie

übersehene

und

denkbare

Eigenschaften.

Die

Abenteuer,

in

die

Mause

Tiere

und

Gegenstände

verstrickt,

sind

auf

diese

Weise

zugleich

Lektionen,

die

von

verborgenen

ästhetischen

Qualitäten

und

poetischen

Potentialen berichten, die in unserer Alltagswelt vorhanden sind.

Man muss sie nur sehen können

.

plier 2012
Kohlmeise 2013
Einfach schwimmen … 2012

Das

Hauptthema

ist

die

Ausarbeitung

von

Tierobjekten.

Die

naturgetreu

modellierten

Tiere

gehen

auf

fabelhafte

Reisen.

Auf

plastische

Weise

werden

sie

in

unmögliche

Situationen

gebracht.

Die

Objekte

haben

oft

einen

erzählenden

Charakter.

Dabei

zeigen

die

oberflächlich

leicht

zu

entschlüsselnden

Arbeiten

tiefer

liegende

Schichten

tierischen

und

menschlichen

Daseins

auf

und

wollen

so

zum

Nachdenken

auffordern.

Die

wie

eingefroren

wirkenden

Handlungssituationen

folgen

dabei

nicht

zwangsläufig

den

Gesetzen

der

Logik.

Wie

eine

visuelle

Fabel möchten die Objekte den Betrachter in ihren Bann ziehen.

Im

Gegensatz

zu

den

plastischen

Arbeiten

ist

die

Malerei

abstrakt.

Farben

und

Formen

geben

keine

Interpretation

im

klassischen

Sinne

vor.

Beim

Betrachten

finden

sich

jedoch

häufig

Assoziationen einer Landschaft oder naturnaher Phänomene

.

Küken 2015
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Christoph Mause 2019

Christoph Mause

Arbeiten

Objekt Malerei Zeichnung

Carl-Peter Buschkühle

Wundersame Dramen zwischen Tier und Ding Zu den plastischen Arbeiten von Christoph Mause
Christoph Mause zeigt Tiere in Schwierigkeiten. Sie werden Akteure in einem künstlerischen Ge- schehen, welches Alltagsgegenstände wie Kisten, Ketten, Schaufeln oder Zangen in unbekannte Konstellationen versetzt. Die Tiere sind dabei die entscheidenden Protagonisten. Sie geraten mit den Dingen in Konflikte, welche immer von einem mehr oder weniger schwarzen Humor geprägt sind. Wie im Fall der Vogelmutter, die sich in einer prekären Lage befindet: Bewegt sie sich von ihrem Standort auf einer ausbalan- cierten Stange fort und auf ihr Nest mit den Eiern zu, gerät die Konstruktion unweigerlich aus dem Gleichgewicht und ihre Brut wird zu Boden stürzen. Die Fallen der Installationen von Mause sind noch nicht zugeschnappt, der Betrachter antizipiert, was kommen mag, es ist seine eigene Phantasie, die aus dem ruhenden Bild ein dramatisches Geschehen werden lässt. Die ungewohnten Begegnungen von Tier und Ding zünden jenen „poetischen Funken“, den im 19. Jh. der französische Dichter Lautréamont durch die zufällige Begegnung einer Näh- maschine mit einem Regenschirm auf einem Operationstisch ausgelöst sah. Dieses Bild wurde zu einer Inspiration für den Surrealismus. Während dieser durch absurde Verbindungen und Verfremdungen von Dingen in eine Welt der Halluzination und des Traumes hineinführen wollte, mit dem Ziel der Entgrenzung unseres beschränkten Verständnisses von Realität, haben Mauses Erzählungen von Tier und Ding nichts mit Entführungen in traumatische Regionen zu tun. Im Gegenteil vollführen die Tiere unfreiwillig, aber vom Künstler gewollt, deiktische Akte. Dies sind der griechischen Tradition nach hin- weisende, die Augen öffnende Gesten. Die miss- liche oder riskante Lage, in die sich die mit Modelliermasse und Farbschichten präzise ge- stalteten Tierfiguren begeben, zeigt jederzeit etwas auf, was mit den plastischen Qualitäten der jeweiligen Dinge zu tun hat. Dabei lassen sich zwei Gegenstandsbezüge unterscheiden. Zum einen sind es Alltagsgegenstände mit ihrer Funktion, die auftreten, zum anderen elementare geometrische Formen, die z.B. in Gestalt von Drähten oder Stangen Linien in den Raum zeichnen. Christoph Mause entwickelt auf diese Weise Bezüge zu zwei unterschiedlichen Er- scheinungsformen der modernen Plastik: der Objektkunst sowie der Minimal Art, welche plastische Kräfte in elementaren geometrischen Konstruktionen anschaulich macht. In jedem Fall wird der Blick des Betrachters nach dem ersten Erfassen der Geschichte, die sich vor seinen Augen abspielt, auf subtilere Bereiche der Konstellation gelenkt. Die Begegnungen von Tieren und Dingen in Mauses Arbeiten the- matisieren genuine Aspekte der Plastik: Dynamik und Spannung, Volumen und Proportion, Oberfläche und Material, Form und Bedeutung. Sie offenbaren Eigenschaften von Gegenständen, die wir an diesen oft übersehen. So z.B. bei dem Objekt mit dem Laubfrosch, der sich mit dem Maul an ein an der Wand hängendes Stück Papier klammert. Er reißt dabei das Papier ein und wird so dennoch zu Boden fallen. Neben dem kleinen Drama, was sich da gerade abspielt, verweist dieses Objekt auf formale Qualitäten: auf das Gewicht des doch scheinbar so leichten Frosches, welches die weiße, rechteckige Flä- chenform des Papierbogens biegt und reißt. Die so erzeugte, im Werk stillgestellte Bewegung führen die Betrachter in ihrer Imagination zu- ende. In anderen Fällen werden die gewohnten Funktionen von Dingen umgedeutet und er- halten in ihrem Bezug zum Tier einen neuen, meist bedrohlichen Sinn. So bei dem kleinen Fisch, der vor seinen Verfolgern flieht drei Zan- gen sind hinter ihm her mit weit aufgerissenem Maul. In ihren Begegnungen in den plastischen Werken von Christoph Mause werden die Tiere und die Dinge fremd. Aber erst in dieser Verfremdung offenbaren sie übersehene und denkbare Eigenschaften. Die Abenteuer, in die Mause Tiere und Gegenstände verstrickt, sind auf diese Weise zugleich Lektionen, die von verborgenen ästhetischen Qualitäten und po- etischen Potentialen berichten, die in unserer Alltagswelt vorhanden sind. Man muss sie nur sehen können.
Kohlmeise 2013
plier 2012
Einfach schwimmen … 2012
Das Hauptthema ist die Ausarbeitung von Tierobjekten. Die naturgetreu modellierten Tiere gehen auf fabelhafte Reisen. Auf plastische Weise werden sie in unmögliche Situationen gebracht. Die Objekte haben oft einen erzählenden Charakter. Dabei zeigen die oberflächlich leicht zu entschlüsselnden Arbeiten tiefer liegende Schichten tierischen und menschlichen Daseins auf und wollen so zum Nachdenken auffordern. Die wie eingefroren wirkenden Handlungs- situationen folgen dabei nicht zwangsläufig den Gesetzen der Logik. Wie eine visuelle Fabel möchten die Objekte den Betrachter in ihren Bann ziehen. Im Gegensatz zu den plastischen Arbeiten ist die Malerei abstrakt. Farben und Formen geben keine Interpretation im klas- sischen Sinne vor. Beim Betrachten finden sich jedoch häufig Assoziationen einer Landschaft oder naturnaher Phänomene.
Küken 2015
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Christoph Mause
Christoph Mause